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Jürgen von der Mark
Winzer aus Leidenschaft

Weinkenner gibt es viele. Aber Menschen, denen Wein wirklich alles bedeutet, sind eher selten. Jürgen von der Mark ist so ein Mensch: ein Weinkenner und Bekenner aus Leidenschaft.
Geboren 1961 in Bonn und aufgewachsen in St. Augustin-Hangelar, einer Gegend, wo man im Gasthaus nur drei Weinsorten kannte: Rot, Weiß und Federweißer. Trotz dieser eher weinfeindlichen Umgebung wurde ihm nach 4-jährigem Studium der Önologie und langjähriger Tätigkeit im deutschen Weinbau 1996 in London der Titel „Master of Wine“ verliehen. Merke: Leidenschaft kann (Wein-)Berge versetzen. Oder dazu führen, dass man sich einen zulegt. Seit 2003 ist Jürgen von der Mark Besitzer einer alten Rebanlage im badischen Tuniberg, wo er auf 2,3 ha seinen Spätburgunder anbaut.
Jürgen von der Mark
Erfahren Sie, wie Jürgen von der Mark zum Master of Wine und REWE Weinexperten wurde!
Herr von der Mark, was dachten Sie, als Sie das Angebot bekamen, aus dem Jahrgang 2008 einen Spätburgunder exklusiv für REWE zu keltern?
„Zusätzlich zu meinem Weingut war es schon immer mein Traum, ein kleines, feines Kontingent Spätburgunder aus selektionierten Weinbergen badischer Winzer zu kreieren – und ab November 2009 wird nun dieser edle Rotwein bei REWE in den Regalen stehen!“
Sie sind nun schon seit vielen Jahren Master of Wine. Wie und vor allem warum wird man zum Önologen?
"Ganz einfach: Man(n) ist 15 Jahre alt, begegnet einer stibitzten Flasche 1973er Oppenheimer Krötenbrunnen Morio-Muskat Kabinett und ist verzaubert! Nein wirklich, so war es bei mir und daran erinnere ich mich, als wäre es gestern. Wein hatte vom ersten Moment an etwas Faszinierendes für mich. Ich hatte keine Reben, nicht mal einen eigenen Weinkeller. Mein Vater war nicht Winzer, sondern Polizist. Und in der Gegend, aus der ich stamme, Hangelar, gibt es im Gasthaus drei Weinsorten: Rot, Weiß und Federweiß.
Aber es dauerte noch etliche Jahre, bis ich meine Leidenschaft zum Beruf machte. Erst 1983, nach einem abgebrochenen Jurastudium und mit 22 Jahren, begann meine Ausbildung als Winzergeselle bei den Staatsweingütern Eltville im Rheingau. Im Anschluss daran das Studium der Önologie in Geisenheim und dann für ein Jahr ins Ausland, Erfahrungen sammeln. Danach habe ich erst mal fünf Jahre diverse Jobs innerhalb der deutschen Weinindustrie gemacht, bevor ich mich auf das Master of Wine Examen vorbereitet habe. Und seit 1996 darf ich mich so nennen."
Weinkeller
Wie viele Masters of Wine gibt es in Deutschland?
"Bis 1996 keinen einzigen, dann kam ich, dann lange Zeit nichts und inzwischen sind wir zu dritt."
Was hat sich seit Ihrer Ausbildung in Deutschlands Weinkultur getan?
"Eine Menge. Anfang der neunziger Jahre war es unmöglich, all die Weine aus Australien, Neuseeland, Südafrika und Chile, geschweige denn Uruguay oder gar China zu bekommen, die ich jedoch für meine Ausbildung kennen musste. Also importierte ich diese Weine damals aus London, um mich auf meine Prüfung vorbereiten zu können. Heute machen die ’Exoten’ von damals 10 Prozent vom deutschen Weinverbrauch aus."
Woran erkennt man einen wirklich guten Wein?
"Man soll Wein genießen und nicht so ein Brimborium drum machen. Wein ist etwas Lebendiges, kein Kunst- und Kultobjekt. Jeder, wirklich jeder, kann einen Spitzenwein von einem weniger guten unterscheiden, wenn er die direkte Vergleichsmöglichkeit hat. Aber da sollte auch jeder auf sich selbst vertrauen: Ein guter Wein ist es, wenn er einem schmeckt!"
Jürgen von der Mark bei der Weinprobe
Den Pinot Noir des Jahrgangs 2008 haben Sie exklusiv für REWE kreiert. Zu welchem Essen passt dieser Wein besonders gut?
"Heutzutage nimmt man das ja grundsätzlich nicht mehr so genau, was die Kompositionsregeln von Wein und Essen angeht. Man ’darf’ inzwischen sogar durchaus Rotwein zum Fisch trinken. Viel wichtiger ist, dass es geschmacklich zueinander passt. Und im Fall dieses Weinland Baden Pinot Noir würde ich sagen: Genießen Sie diesen Wein zu leichten Speisen, wie etwa Saltimbocca-Spießen an kandierten Feigen. Es sollte eine feine Speise sein, jedoch nicht zu stark im Eigengeschmack, damit die feinen Aromen des Weines nicht überlagert werden."
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